Ehemaliges Handwerkerdorf Langenthal

Kindergarten GerneGross Langenthal und Projekt DenkMal!

Logo1_neuIn Langenthal muss man nur ein paar Meter laufen und schon fühlt man sich zurückversetzt in eine andere Welt. So erging es wohl auch den Kindern als wir am Montag 16. Juni zu Jonas`Oma Ursel Gassert unterwegs waren. Sie führte uns – gleich neben ihrem Wohnhaus – die Treppe hoch in ein altes Gebäude zur ehemaligen Schreinerei ihres Mannes, Oskar Gassert. Der Raum strahlt so eine Atmosphäre aus, man könnte meinen ein heimeliges Museum zu besuchen, indem der Schreinermeister nur mal kurz weg sei, um sodann gleich wieder seine Arbeit aufzunehmen. Frau Gassert erzählte uns, dass dieses Gebäude schon 120 Jahre alt ist, im gemauertem Teil das Vieh untergebracht war und oben wurde geschreinert. Akribisch genau geordnet hingen an den Wänden und in den Wandschränken viele Werkzeuge, ziemlich alte und etwas neuere    HAndwerker4 und natürlich richtig beeindruckende Maschinen. Frau Gassert ging auf einige Werkzeuge und Maschinen näher ein, wenn die Kinder danach fragten oder wenn sie dachte, das könne sie interessieren. So zeigte sie uns verschiedene Hobel, wobei die Hobelspäne für die Kinder dabei am wichtigsten waren und sogar mit in den Kindergarten genommen wurden. Gerätschaften wie Ziehklinge, Strichmaß, Lochbohrer und Stecheisen demonstrierte Jonas` Oma, aufmerksam beäugt von den Kindern. Die Handbohrmaschine sowie die übergroßen Schraubzwingen durften in die Hand genommen und an Brettern ausprobiert werden. Beim Verlassen der Schreinerei fiel uns noch ein urig alter Kachelofen auf, der wegen der Wärme aber auch wegen der Verleimung von Wichtigkeit war. Vor der Schreinerei konnten wir noch andere Raritäten bestaunen: Eine Sichel, eine Sense, der Wetzstein dazu, eine Heugabel und ein Holzrechen. All dies haben die Kinder gesehen und von Frau Gassert erklärt und demonstriert bekommen. Alte Möbelknöpfe, die auf einem Schrank entdeckt wurden, hatten es den Kindern HAndwerker3besonders angetan. Diese durften sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Frau Gassert wollte den Kindern noch davon berichten, welche Handwerker alle in diesem kleinen Ort zugegen waren, aber das hätte die Kinder überfordert, denn die Eindrücke von der Schreinerei mussten erst verarbeitet werden. Am nächsten Tag erzählten wir denn Kindern auch noch von all den anderen Handwerkern, die in Langenthal beheimatet waren. Da gab es den Wagner, den Schmied, zwei Schuhmacher, eine Schlosserei, später eine Damenschneiderin und Strickschullehrerin, einen Herrenschneider, den Friseur, der auch gleichzeitig Füllfederhalter und Bleistifte produzierte, drei Lebensmittelgeschäfte, den Bäcker, der leider erst vor kurzem sein Geschäft aufgab, und nicht zuletzt den Schreiner. Dies konnten wir von Herrn Werner Böhnig in Erfahrung bringen. Wir wissen es sehr zu schätzen, an diesem Erinnerungsgut teilhaben zu dürfen und bedanken uns aufs herzlichste bei Ursel Gassert und Werner Böhnig.

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Quelle: Stadtanzeiger der Stadt Hirschhorn

Datum: 27.06.2014

Redakteur: Kiga GerneGross

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