Hirschhorn ganz groß dabei – Bericht in der RNZ

Zum Tag des offenen Denkmals hatte die Stadt mit ihrer Historie viel beizutragen – und tat es

Hirschhorn. „Macht und Pracht“ lautet 2017 das Motto am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“. Hirschhorn, die geschichtsträchtige „Perle des Neckartals“, ist reich an Zeugnissen einer bewegten Vergangenheit. Auch in diesem Jahr beteiligten sich die „Freunde der Hirschhorner Altstadt“ wieder am Denkmaltag und pickten sich gleich drei Rosinen aus dem historischen Monumentenkuchen. Mit dem Langbeinmuseum, dem Mitteltorturm und dem Schloss wollten sie auf einem Streifzug durch Hirschhorns Vergangenheit die Besucher mit verschiedenen Ausdrucksformen von Macht und Pracht vertraut machen.

Eröffnung Tag des Denkmals im Langbein-Museum mit (v.l.) Karlheinz Happes, Ludwig Schmeisser, Aloisia Sauer, Reiner Lange und Harald Heiß

 

Die offizielle Eröffnung des Tags des offenen Denkmals fand am Sonntag in den Räumen des Langbein Museums statt. Für den Vorsitzenden der Altstadtfreunde, Reiner Lange, bedeutet die traditionelle Teilnahme immer wieder eine Herausforderung, den Denkmaltag dem Thema entsprechend zu gestalten. Die in diesem Jahr ausgewählten Objekte sind für ihn repräsentativ für Hirschhorn. Die Stadt ist auch in diesem Jahr wieder Schirmherr des Denkmaltages, zur Eröffnung konnte Lange Ersten Stadtrat Karlheinz Happes und den Stadtverordnetenvorsitzenden Harald Heiß begrüßen, die zweite Vorsitzende des Museumsvereins, Aloisia Sauer und Maria Helm von der Sparkassenstiftung Starkenburg. Sauer stellte ein wertvolles Portrait des 24- jährigen Carl Langbein vor, das der Verein mit großzügiger Unterstützung der Sparkassenstiftung erwerben konnte. Mit Gitarrenklängen bereicherte Richard Köhler von der Musikschule Hirschhorn die Eröffnung des Denkmaltages.

Zu Macht gehörte schon immer eine öffentliche Inszenierung durch Schlösser, Burgen, Kirchen, Villen, Rathäuser, Parks. Auch im ehemaligen Großherzoglichen Forstamt, heute Langbein Museum, legen im „Alterthümer Kabinett“ zahlreiche Exponate Zeugnis für „Macht und Pracht“ ab. Besondere Kostbarkeiten sind etwa der Eichentisch von 1724 und Teile der Bibliothek aus dem ehemaligen Karmeliterkloster, der Würzburger Renaissanceschrank von 1616, das Zifferblatt der imposanten Turmuhr, Reste des Hochaltars der Klosterkirche, Waffen aus dem Schloss, ein original Freischärlergewehr vom Gefecht von Hirschhorn am 15. Juni 1849, der Doppeladler der byzantinischen Kaiser, das Portrait der Kurfürstin Elisabeth Auguste oder der Hängeleuchter „Donauweibchen“ mit dem Wappen der Herren von Hirschhorn aus dem Palas des Schlosses.

Sichtbares Zeichen von Macht ist der mittelalterliche Mitteltorturm am Marktplatz. Für den „Tag des offenen Denkmals“ präsentierte der

Ludwig Schmeisser (l.) präsentiert eine Zeitreise in seinem „imaginären Atelier“ im Mitteltorturm. Mit Grafik, Malerei, Skulptur und anderem mehr.

Hirschhorner Maler Ludwig Schmeisser im Innern des Turms in einem „imaginären Atelier“ eine Zeitreise mit Grafik, Malerei, Skulptur, Objekten und Installationen aus verschiedenen künstlerischen Schaffensperioden zwischen 1967 und 2017. Viele öffentliche Bauten erlebten einen Funktionswechsel, erklärte Schmeisser bei der Ausstellungseröffnung. Das Großherzogliche Forsthaus wurde zur überregional bedeutenden Historien- und Naturaliensammlung Carl Langbeins, der mittelalterliche Wehrturm wurde nach der Stadterweiterung als Glockenturm der Marktkirche genutzt. Die Ausstellung ist auf die Wirkung des Raumes als Gesamtkunstwerk ausgerichtet, Bilder und Objekte bilden einen lebendigen Dialog mit dem Raum. Schmeisser sieht sein imaginäres Atelier als kreative Begegnungsstätte von Vergangenheit und Gegenwart.

Auch das Schloss erlebte einen historischen Wandel von einer mittelalterlichen Trutz- und Wehrburg zu einem repräsentativen Prachtbau der Renaissance. Die Macht der Herren von Hirschhorn zeigte sich in der eindrucksvollen Burganlage, mit der sie um 1250 begannen, erklärte Ludwig Heyer den Besuchern bei der Schlossführung am Sonntagnachmittag. Im 14. und 15. Jh. wurde die Burg ausgebaut, der Umbau zum Renaissanceschloss im 16. Jahrhundert ist Maria Hatzfeld zu verdanken, der Frau von Ludwig I. von Hirschhorn. Auch heute noch ist die Anlage ein Zeugnis von Macht und Reichtum des Hirschhorner Rittergeschlechts. Ziel des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen ist, beim Tag des offenen Denkmals „das Bewusstsein für die Vielfalt des gemeinsamen kulturellen Erbes in Europa zu wecken und für seinen Erhalt zu werben“.

 

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung,

Region Eberbach

Datum: 12.09.2017

Redakteur: Christa Huillier

 

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