Gaststätten, die es oft schon nicht mehr gibt – Artikel in der RNZ

Hirschhorn. Erinnerungen an (längst) vergangene Zeiten weckt der Kalender „Hirschhorner Gaststätten in vergangener Zeit“, den der Verein „Freunde der Hirschhorner Altstadt“ herausgegeben hat. Auf zwölf Monatsblättern plus einem Deckblatt finden sich alle Aufnahmen von Gaststätten, die es oftmals entweder gar nicht oder nicht mehr in dieser Form gibt. Der Verein hat damit ein ganz besonderes Dokument der Hirschhorner Geschichte geschaffen.

Schloss HirschhornIm Jahre 1982 wurde der Verein „Freunde der Altstadt“ ins Leben gerufen. Ziel war und ist bis heute, „Wesen und Struktur der Hirschhorner Altstadt zu erhalten, zu gestalten und zu beleben“. Unter dem Vorsitz von Heinz Lange ging es dem Verein in den 80er Jahren maßgeblich um die Schaffung einer Fußgängerzone und um die Sanierung der Altstadt und Häuser; Projekte, die damals
nicht unumstritten waren.

In 18 Jahren wurden die ehrgeizigen Pläne verwirklicht. Die „Freunde der Altstadt“ waren dabei maßgeblich bei der Beratung zu Fragen der Sanierung von Gebäuden innerhalb der Altstadt beteiligt. Wesentliche konkrete Projekte waren die Mitarbeit bei der Gestaltung des Marktbrunnens, der Beleuchtung der Klosterkirche und die Instandsetzung der Hochwassermarken und der Handwerks- und Zunftzeichen in mühevoller Kleinarbeit. Auch die Reihe „Unwiederbringliches Hirschhorn in Bronze“ ist ein Kind des Vereins, der zurzeit 61 Mitglieder unter ihrem neuen engagierten Vorsitzenden Reiner Lange zählt. Als geschichtliche Dokumentation und Anlaufpunkte bei Stadtführungen wurden bereits vier Bronzetafeln aufgestellt, am Obertor, am Fischertor, am Freien Platz und an der Steinernen Brücke. Angedacht ist eine Tafel zum Themenkomplex Fischerei und Fährbetrieb.

Auf Vorschlag des Vorstandsmitglieds Dr. Wolfgang Schuler nahm im Mai die Idee einer neuen Reihe „Hirschhorner Ansichten als Kalender“ Gestalt an. Ein Arbeitskreis „Kalender“ beschäftigte sich mit Themenauswahl, Bildern, Kostenfrage, Gestaltung und Organisation des Verkaufs. Auf Anregung von Regina Korosec soll der Kalender für 2012 Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken, als es in Hirschhorn noch wesentlich mehr Gaststätten gab als heute. Über den Titel war man sich rasch einig: „Hirschhorner Gaststätten in vergangener Zeit“.

Für die Jüngeren solle der Kalender Motivation sein, sich mit der Geschichte und den netten Anekdoten ihrer Heimatstadt zu beschäftigen, so Reiner Lange. Die Zeit war knapp, denn bereits Ende August sollte der Kalender passender Weise bei der „Wertschaftskerwe“ verkauft werden. Die Bildmaterialien, unwiederbringliche Raritäten aus Privatbesitz, wurden als Leihgabe mit der Erlaubnis zur Vervielfältigung bereitwillig zur Verfügung gestellt.

Das Titelblatt ziert der Ersheimer Hof mit Ziegelhütte, es folgen u.a. ein historisches Foto der „Wirtschaft zur Eisenbahn“ um 1900, die Gasthäuser „Zum goldenen Anker“, „Zur Krone“, „Zum schwimmenden Gasthof“, „Zum Schwanen“ und „Erbach Fürstenauer Hof“. Die Fassade des über 300 Jahre alten Gasthauses „Zum Hirsch“ ist heute ein beliebtes Fotomotiv und sieht noch so aus wie in vergangenen Jahren.

Ein Fachmann für Layout und Druckgestaltung übernahm Digitalisierung und Bearbeitung der Fotos. In Druck gingen 250 Kalender mit „Herschhorner Wertschafte“. „Der Verkauf an der Kerwe übertraf alle Erwartungen“, freut sich Reiner Lange. Animiert durch den Erfolg soll die Reihe, wie angedacht, fortgesetzt werden. Der Arbeitskreis „Kalender“ wird Ideen sammeln, potenzielle Bildgeber ansprechen und das Bildmaterial sichten. Thema für den Kalender 2013? “ Verraten wird nichts, wir wollen schließlich die Spannung hoch halten“, lacht der Vorsitzende.

Info: Restexemplare sind erhältlich bei der Sparkasse in Hirschhorn.



Quelle: 
Rhein-Neckar-Zeitung, Region Eberbach
Datum: 06.09.2011
Redakteur: Christa Huillier

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