Perspektive für die Jungen – Kommentar in der RNZ

Der „Vereinstyp“ ist EDV-Mann Reiner Lange nicht; gehört als Vorsitzender zu den Spätberufenen: macht, was er zu tun hat, gern nebenher, sonntagsmorgens mit dem Laptop, und würde augenblicklich die Finger davon lassen, wen ihm sein Engagement zur Belastung würde. Für die „Freunde der Hirschhorner Altstadt“, diesen noch vor kurzem hoffnungslos überalterten Verein ohne Perspektive, ist dieser Mann eine Art Glücksfall. Einer aus der Generation derer, denen die alten Vereinsgarden oft Bindungsscheu und mangelndes Engagement vorwerfen, wenn ihnen der Nachwuchs ausbleibt. „Wir hatten früher mehrere Tausend Arbeitsplätze am Ort, die Leute waren hier beschäftigt und hatten feste Arbeitszeiten“. Ideale Rahmenbedingungen also für ein florierendes Vereinsleben. Heute, weiß der Betriebswirt, verschwinden die jungen Leute nach dem Abitur – und kehren frühestens dann zurück, wenn sie Fuß gefasst haben, beruflich und familiär. Dadurch ist den Vereinen meist das mittlere Alterssegment abhanden gekommen, für viele ein Problem. Lange ist einer von den „Rückkehrern“. Auch ihm bleibt der Nachwuchs weg, aber er sieht seine Arbeit jetzt darin, ihnen eine Perspektive zu geben, wenn sie sich später, nach der Ausbildung und wenn sie sich hier niederlassen möchten, einsetzen wollen für den Erhalt „ihrer Heimat“, diesen Ort, „wo man sich dauerhaft wohlfühlt“.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung,

Region Eberbach Datum: 21/22.06.2013

Redakteur: Jutta Biener-Drews

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